Rotthalmünster

Der Markt Rotthalmünster verdankt seine Entstehung dem ältesten adeligen Eigenkloster, das uns in den Schriftquellen Bayerns überhaupt begegnet. Schon unter dem agilolfingischen HerzogHugibert (725-737) gründete der weitversippte Edle Wilhelm ein Nonnenkloster, das aber den Ungarnstürmen zum Opfer fiel.

Der Name "Münster" (der Ortsname Rotthalmünster wird, erst ab Mitte des 18. Jahrhunderts geführt) ist also auf das Kloster das "Monasterium", zurückzuführen.

Der Ort gehörte um 1150 den Grafen von Vornbach und Neuburg und kam anschließend an die Wittelsbacher Herzöge. Er wurde bereits im 13. Jahrhundert als Markt (Forum) bezeichnet und im Jahr 1343 begabte Ludwig der Bayer den Ort erneut mit dem Marktrecht und legte so den Grundstein zu seinem späteren wirtschaftlichen Aufblühen.

Zäher Fleiß und Lebenswille hat die Bewohner des Marktes die Prüfungen, Belastungen und Schrecknisse durch den Landshuter Erbfolgekrieg, den 30-jährigen Krieg, den Spanischen Erbfolgekrieg und den Österreichischen Erbfolgekrieg überstehen lassen, und die heutige Zeit stellt Rotthalmünster in jeder Hinsicht ein vital positives Zeugnis aus.

 
Erhalten blieben nur der letztere, das sog. Portalstöckl aus dem 15. Jahrhundert und ein westlich anstoßendes Stück der Ringmauer sowie ein östlicher Fortsatz derselben. Beachtenswert an der Ostseite des Gasthofes Herndl, eines aus der Renaissancezeit stammenden stattlichen Gebäudes, ist eine hübsche lebensgroße Figur des hl. Florian in Rokokonische, zweifellos eine Arbeit des sehr bekannten Kößlarner Stukkators Johann Baptist Modler (1697-1774). Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, die in ihrer heutigen Form auf das Jahr 1452 zurückgeht, ist ein spätgotischer Bau, in Mittelstellung zwischen Basilika und Hallenkirche. Ein Blick in die Wieskapelle (1737-1740 erbaut), einst Wallfahrtskirchlein, heute Kriegergedächtniskapelle, mit ihren schmiedeeisernen Chorabschlußgittern lohnt sich ebenfalls.

Rotthalmünster hat für die Umgebung als wirtschaftlicher Faktor große Bedeutung erlangt und wird dieser Rolle als Unterzentrum aus regionaler Sicht voll gerecht. Der Raum gehört wegen seiner Randlage im europäischen Wirtschaftraum, seiner schlechten Anbindung an das überregionale Verkehrsnetz und wegen mangelnder Arbeitsplätze in Industrie und Gewerbe zu den strukturschwächsten der Bundesrepublik. Trotzdem hat der Markt durch seine Bemühungen zur Verbesserung der Infrastruktur wichtige Voraussetzungen geschaffen, um die Ansiedlung von Betrieben zu ermöglichen.

Die alteingesessenen Handwerks- und Handelsbetriebe sowie die in den letzten Jahren angesiedelten Betriebe haben durch ihre 3.000 Arbeitsplätze das wirtschaftliche Wachstum enorm begünstigt, wobei einige Betriebe durch ihren Export weit über die Grenzen Bayerns und des Bundesgebietes bekannt geworden sind. Von weiterer großer Bedeutung sind fünf ansässige Bankinstitute und das bereits im Jahr 1876 als Distriktkrankenhaus errichtete Kreiskrankenhaus. Durch Modernisierung des Altbaues, Neubau eines Betten- und Funktionstraktes gewährleistet es mit seinem 234 Betten optimale medizinische Behandlungsmöglichkeiten.